Kopfkino Spezial: Playing Columbine

Es gibt ein Spiel namens “Super Columbine Massacre RPG!” Darin spielt man Eric Harris und Dylan Klebold, die an der Columbine High School im Jahr 1999 13 Menschen getötet haben – in der bunt-detailarmen Knuddeloptik eines japanischen Super-Nintendo-Rollenspiels. Der 23-jährige Danny Ledone hat das Spiel in sechs Monaten mit dem populären Bastelprogramm “RPG Maker” in Heimarbeit fertig gestellt und es 2005 anonym im Internet vertrieben.
Was geht euch jetzt gerade durch den Kopf? Seid ihr entsetzt, angewidert, fassungslos? Oder haltet ihr das Ganze für einen geschmacklosen Scherz eines aufmerksamkeitsgeilen Soziopathen, der unvorstellbares menschliches Leid für billigstes Entertainment ausschlachtet? Selbst die aufgeschlossensten Alles-Spieler unter uns können diese schäbige Provokation nur entschieden ablehnen, oder?

So haben die meisten Leute in den Medien und innerhalb der Gaming-Community reagiert, als sie zum ersten Mal von “Super Columbine Massacre RPG!” gehört haben. Und kaum jemand hat sich ein paar elementare Fragen gestellt: Kann man ein Videospiel, das das Massaker von Columbine behandelt, so einfach als kranken Schund abtun? Ist es wirklich kategorisch ausgeschlossen, dass der Macher des Spiels reflektierte, wohl überlegte Gedanken zum Phänomen “School Shootings” hat und sie mit den Mechanismen eines Videospiels vermitteln wollte? Dass er mit seinem Spiel etwas sagen wollte? Nach einem unfreiwilligen Outing als Kopf hinter dem “Super Columbine Massacre RPG!” schnappte sich Danny Ledone eine Kamera und drehte eine Dokumentation über sich, sein Spiel und was ihn dazu bewegte, sechs Monate seines Lebens zu opfern, um es zu programmieren. Doch “Playing Columbine” ist so viel mehr – eine filmische Liebeserklärung an die Kunstform Videospiel, die noch immer unverstanden ist, die verteufelt, lächerlich gemacht und nicht ernst genommen wird. Professoren, Designer, Spieler, aber auch Kritiker (allen voran der unvermeidliche Jack Thompson ) kommen zu Wort und geben Antwort auf die vielleicht wichtigste Frage, die uns alle angeht: Dürfen Videospiele als Kunst – alles? Und wenn nein: Warum nicht?

Bitte lasst euch nicht davon abschrecken, dass dies hier eine Dokumentation ist und ein Großteil der 94 Filmminuten aus Interview-Sequenzen und Statements betroffener besteht. Ich sag’s euch frei heraus: “Playing Columbine” hat mich berührt wie kaum ein Film in letzter Zeit. Ich spiele, seit ich acht bin, seit über 20 Jahren. Eltern, Lehrer und Freunde haben mich belächelt oder Mitleid mit mir gehabt, dass mein Lieblingshobby vor dem Bildschirm stattfindet. Immer wieder musste ich mich rechtfertigen, dass ich als mittlerweile erwachsener Mann ganze Nächte darauf verwende, die virtuelle Welt zu retten. Ich bin so müde, immer und immer wieder zu erklären, warum Spiele eine ebenso wertvolle Kunstform sind wie Filme, Literatur oder Musik. Und ich danke Danny Ledone aus tiefstem Herzen, dass er diesen Film gemacht hat. “Playing Columbine” hat mich begeistert zurückgelassen, euphorisch, wütend und hilflos – aber vor allem: Stolz. Ich war und bin stolz, ein Gamer zu sein. Und ich bin stolz, dass es diesen Film gibt.

“Playing Columbine” wirft schwierige Fragen auf: Sind Videospiele Kunst? Was macht Kunst überhaupt aus? Warum dürfen sich Schriftsteller, Musiker und Filmemacher mit der Tragödie von Columbine befassen, aber keine Spieledesigner? Wieso sind Videospiele so oft Gegenstand von Zensur und Kontroverse – und haben wir das nicht alles schon erlebt, beim Rock ’n Roll (Chaoten-Musik), bei Comics (Jugendgefährdend), sogar bei Dungeons & Dragons (Satanistisch)? Wer von Ego-Shootern noch immer als “Mördersimulatoren” spricht, wer dieses junge Medium noch immer als substanzlose Zeitverschwendung für unsoziale Kellerkinder abtut, verkennt die gesellschaftliche Realität und steht schon längst auf der Seite der Ewiggestrigen, die hassen, was sie nicht verstehen. Denn – und auch dieses Gedankenspiel wirft einer der Specher im Film beiläufig ein – in 10 oder 20 Jahren werden die USA einen Präsidenten haben, der sehr wahrscheinlich “GTA” und “Call of Duty” gespielt haben wird. Dieser Prozess ist unumkehrbar. Videospiele werden nicht verschwinden; manche glauben sogar, dass sie als interaktives Medium den passiven Film ablösen werden. Es wird verdammt nochmal dringend Zeit, dass Spiele denselben Respekt, dieselbe Wertschätzung erfahren wie ein Gus van Sant, wenn er “Elephant” dreht oder ein Michael Moore, der für seine reißerische Doku “Bowling for Columbine” sogar einen Oscar erhielt. The revolution will not be televised. The revolution will be interactive.

Bitte seht euch diesen Film an. Jeder, der sich auch nur einen Funken für das Thema Videospiele interessiert, der jemals hitzig über die “Flughafen”-Szene in “Modern Warfare” diskutiert hat, der beim Spielen von “Shadow of the Colossus” spürte, dass da wirkliche und wahrhaftige Kunst auf seinem Bildschirm passierte, hat eine Verpflichtung, sich “Playing Columbine” anzusehen. Das meine ich ernst. Ich gehe sogar noch weiter und fordere, dass dieser Film zum Pflichtprogramm an Kunsthochschulen gehört. Hört euch an, was Danny Ledone zu seinem Spiel “Super Columbine Massacre RPG!” zu sagen hat. Was Joel Kornek, der die Schießerei in Montreal von 2006 überlebt hat, vom Spiel hält. Hört euch an, wie klar und einleuchtend Shigeru Miyamoto die Existenz von gewalttätigen Spielen rechtfertigt. Hört euch an, wie feige der Organisator der Guerilla Gamemaker Competition (!) des Slamdance Festivals das Spiel in letzter Sekunde wieder aus dem Wettbewerb genommen hat – und wie großartig die Jury daraufhin reagierte. Schaut euch diesen Film an.

Ich kann an dieser Stelle nur nochmal dem Regisseur und Selfmade-Spieleentwickler Danny Ledonne danken, der uns so einen wertvollen, nuancierten Blick auf sein Spiel und die Spieleindustrie gibt. Ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, wie viel Verachtung, Hass und konkrete Todesdrohungen dieser Mann über sich ergehen lassen musste, weil er es gewagt hatte, seine Gefühle im Bezug auf das Massaker in Littleton mithilfe eines Videospiels auszudrücken. Es gehört verdammt viel Mut dazu, sein Gesicht in die Kamera zu halten und sich zu erklären, wenn man als Monster bespuckt wird.

Ich sag’s nochmal: Bitte, bitte schaut euch diesen Film an. “Playing Columbine” ist die wichtigste Dokumentation zum Thema Videospiele, die bislang gedreht wurde. Ein aufwühlendes, kontroverses, nachdenklich stimmendes Meisterwerk, an dem gerade wir als Spieler nicht vorbeisehen können. Erste Eindrücke bekommt ihr im Trailer:
Kleiner Wermutstropfen: Leider ist “Playing Columbine” über die Homepage bislang nur per PayPal in englischer Version zu bestellen. Ich kann euch aber versichern, dass die Scheibe jeden Cent wert ist. Wenn ihr einen Account habt und Geld für diesen Film zahlen wollt, unterstützt ihn mit eurer Bestellung. Lasst euch anregen, lasst euch inspirieren, diskutiert und streitet über diesen Film. Die Zeit ist reif. Und über ein paar Rückmeldungen würde sich Danny bestimmt auch freuen (die Anregung, für den Film deutsche Untertitel produzieren zu lassen zum Beispiel…)
Der Skandal ist nicht, dass es ein Spiel wie “Super Columbine Massacre RPG!” gibt. Sondern dass es nicht mehr Spiele wie dieses gibt.

Fangt schon jetzt an zu diskutieren: Habt ihr “Playing Columbine” vielleicht schon gesehen? Was erwartet ihr nach dem Trailer? Ist es okay, ein Spiel wie “Super Columbine Massacre RPG!” zu entwickeln? Ich freue mich sehr auf eure Antworten (und ich soll dem Regisseur Feedback zu euren Reaktionen geben, also legt euch ins Zeug!).
+++UPDATE+++
Gerade hat mir Regisseur Danny Ledonne geschrieben, dass “Playing Columbine” in etwa einem Monat auch auf Amazon, per iTunes und auf anderen großen Online-Seiten erhältlich sein wird. Wer noch ein bisschen warten kann, kommt um PayPal also herum!

Tim Burger schrieb am: Freitag, 22. April 2011, 09:59 Uhr
Tut mir leid aber ich muss dir da einfach mal widersprechen!
Spiele sind doch viel mehr als nur Dinger zum Spaß haben... Ich denke du tust Spielen unrecht, wenn du sie nur so siehst. Warum sollte ein Spiel denn nicht sozialkritische Elemente enthalten, warum sollte es denn nicht zum Nachdenken anregen?! Also ich sehe Spiele wirklich als Kunst, welche einen zum lachen, weinen und vorallem zum Nachdenken bringen kann. Es gibt Spiele die beschäftigen einen noch Stunden nach dem letzten Endboss und dem Abspann. Spiele sind viel viel mehr wert als einfach nur Funbringer, sie sind Kunst mit der man vieles Aussagen kann.
P.S. Ich glaube die Simpsons sind auch sozialkritisch :D
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Tim Burger schrieb am: Freitag, 22. April 2011, 09:50 Uhr
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Anglethon schrieb am: Donnerstag, 21. April 2011, 04:05 Uhr
Ich sag euch mal meine ehrliche Meinung dazu, ich finds okay wenn ein Spiel einen sprichwörtlich für ein paar Stunden in den Bann zieht mit Musik Handlung Bindung zu den Personen etc. und danach ist gut das Ding heißt net umsonst Spiel, es soll einfach nur für einen bestimmten Zeitraum Spaß machen und fertig!
Ich habs satt das alles mögliche irgendwie politisch und sozial hinterfragt werden muss und einen Zweck haben soll genauso wie hier...
Für meine Meinung ist mir der Hintergrund egal aber für mein Teil gehöhren Spiele raus aus sowas sie sollen einfach nur spaß machen = spiel = spielen :P da mag ich mir keine gedanken über sowas machen ...das ist das selbe prinzip wie simpsons spongebob etc. der ders schaut interresiert sich net dafür obs wertvoll oder blabla ist der mag nur sein kopf ausruhen und spaß haben :D
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Pascal Wermeling schrieb am: Montag, 18. April 2011, 13:35 Uhr
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supermario4 schrieb am: Montag, 04. April 2011, 13:27 Uhr
Ich habe nun relativ viele Beiträge gelesen (einige wirklich gute) und möchte dazu nun mein Abschlussstatement geben:
In der Diskussion ob ein umstrittenes Objekt oder eine Handlung von der Kunstfreiheit gewährleistet wird oder werden sollte, muss immer eine Abwägung vorgenommen werden, zwischen dem Wert des Kunstobjekts für die Gesellschaft und den dadurch verletzten anderen Verfassungswerten.
Im konkreten Fall, haben wir (ich stütze mich auf Aussagen hier im Forum, die das Game beschreiben) ein grafisch sehr schwaches „Spiel“, bei der man in die Rolle eines Mörders schlüpft und eine verwerfliche Gräueltat nachspielt. Das Game will einzig provozieren. Einen gehaltvollen Beitrag zur Aufarbeitung oder Prävention liefert das Spiel nicht. Einen visuellen oder optischen Wert hat es auch nicht.
„Aber es regt doch zu einer Diskussion an“. Ja wie man hier im Forum sehen kann. Aber zu einer falschen. Nämlich „Was darf Kunst?“ Die in diesen Zusammenhang viel wichtigeren Fragen, wie man solche Taten verhindern könnte, wie mit Einzelgängern umgegangen werden sollte, was Anzeichen sind etc. lese ich hier äussert selten.
Auf der anderen Seite verletzt man mit solchen Spielen unbestritten die Gefühle (Ehre, psychische Integrität) der Hinterbliebenen, Verstorbenen (auch jene der in Deutschland lebenden Opfer solcher Amokläufe).
Zudem wird das Massaker verharmlost (grundsätzliches Problem von Shootern). Dieses Spiel kann aber mehr, als normale „Killergames“ die öffentliche Ordnung gefährden. Indem man die Mörder spielt beginnt man sich mit ihren kranken Gedanken und Vorstellungen zu befassen, auseinanderzusetzten. Dies löst zwar bei einem Überwiegenden Teil noch mehr Ekel für die Täter aus es kann aber bei Einigen zu einer sehr gefährlichen Identifikation mit den Tätern führen.
Fazit: Das Spiel ist unnötig, regt zwar zu einer Diskussion an, nicht aber zur zielführenden. Es geht nicht um die Prävention und „Verbesserung“ des gesellschaftlichen Zusammenlebens, sondern um die immer wiederkehrende Diskussion „wie brutal darf ein Spiel sein?“.
Der künstlerische Wert des Spieles ist verschwindend klein. Die mit diesem Spiel verbundene Verletzung von Opfern solcher Taten und die Gefährdung der öffentlichen Ordnung sind ungleich höher. Das Spiel gehört verboten. (Sowohl Entwicklung, Vertrieb und auch Besitz).
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Himmelstein schrieb am: Donnerstag, 31. März 2011, 01:28 Uhr
Ach ja die "Flughafen-Szene" bei Mordern Warfare:
Einfach krass.... obwohl es Spiel war. Haben die Spielfiguren mir leid getan. Ich dachte mir nur "Was zur Hölle??? Warum schießt ihr auf die unschuldigen Menschen?????" in dem Moment habe ich die anderen gehasst und wollte den Programmierern aufs Maul hauen. Ich war wirklich wütend, anzusehen wie unschuldige Menschen umkommen.
Bis zum Abschließen des Levels war ich wie verstummt und konnte nicht fassen - was ich - ansehen musste.
Wahre Videospielkunst - die wirklich wirklich weh getan hat.
Unglaublich! - Dafür danke ich den Machern von Modern Warfare. Ohne solche Erfahrungen - gerade in Videospielen eingebaut - würde ich niemals mir vorstellen können wie es sich anfühlt wenn vor dem Auge unschuldige sterben. :|
Und lob an Wolf.
Super Beitrag. Du hast mich wieder daran erinnert.
Eine sehr wichtige Erfahrung die jeder machen sollte.
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Himmelstein schrieb am: Donnerstag, 31. März 2011, 01:22 Uhr
Wie die anderen User schon richtig geschrieben haben finde ich ein Spiel bei dem ein "Nachspielen eines Szenarios bei dem ein Killer (Hauptfigur im Spiel) in der Vergangenheit Menschen getötet hat" zu spielen keine gute Idee. Anders rum würde ich das verstehen. Also als Geisel oder Opfer auf der Flucht vor den Killern. Jedoch denke ich dass diese Information fehlt und deswegen der Programmierer* sich für die Variante mit dem Killer entschieden hat. Jedoch finde ich es - menschlich gesehen - nicht toll ein Szenario nachzuspielen wobei es um Menschen geht die unschuldig auf grausame Art und Weise umgebracht worden sind.
Ich sage nicht dass der Programmierer* sich damit vertan hat und im Unrecht ist. Denn was er damit erreichen wollte ist eigentlich was ganz anderes:
Ein Spiel zu basteln wobei es darum geht Dinge die ZENSIERT worden sind auferleben zu lassen und zu zeigen dass wenn man so ein Spiel spielt nicht gleich zum Mörder wird.
Denn wir alle kennen die Diskussion um Jugendschutz / Zensur und "Killerspiele"**.
Ladies und Gentleman, ich verlange nichts von Ihnen. Jedoch würde mich die Dokumentation interessieren. Nicht das Spiel - nur die Doku. Worum es wirklich geht und was sie sich dabei gedacht haben.
Mfg
Me, Myself and I
* für RPGMaker muss man kein Programmierer sein
** aka. Politiker die im Wald geboren sind
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Mystyk schrieb am: Mittwoch, 30. März 2011, 14:59 Uhr
Gibts den Film wenigstens mit englischen Subs?
Deutsche gibts ja laut Herrn Speer nicht.
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Schmegges schrieb am: Mittwoch, 30. März 2011, 10:16 Uhr
Morgen Abend wird die Verleihung des Grimmepreises ab 22:15 auf 3Sat ausgestrahlt.
Drückt die Daumen für unsere tapferen Jungs und Mädels!!
http://tinyurl.com/6cdytuy
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Ezekiel schrieb am: Mittwoch, 30. März 2011, 00:35 Uhr
Eigentlich kann man doch auch genau so gut ne Diskussion über Postale 2 abhalten :D Man hat die Möglichkeit das Spiel normal zu spielen oder Amok zu laufen. Was ganz interessant ist aber nicht konsequent durchgezogen wurde(wenn man sich den etwas abgedrehteren Missionen nährt die jetzt nicht verlangen eine Milchtüte zu kaufen). Läuft man genug Amok bekommt man am ende eine Auszeichnung "Hitler would be proud" Auch hier eine eindeutige Grenzüberschreitung wie ich finde. Irgendwo sollte man einfach mal ein bisschen Zurückhaltung walten lassen. Hätte man das weg gelassen und bei Postale dem Spieler IMMER die Möglichkeit gegeben, verhalte ich mich normal oder baller ich rum, wäre das Spiel wirklich kritisch gegenüber der eigenen Moral.
Wenn das Spiel Super Columbine Massacer Stoff zum nachdenken liefern will wieso tut es das dann nicht indem es mal auf die Fehler Anderer hin weist? Klar ist es leicht zu sagen "da liegt nen Spiel bei denen DAS IST SCHULD das der Amok gelaufen ist und NUR das" Die Gründe werden aber ganz andere gewesen sein. Psychischer Druck in Form von Mobbing usw. Wenn so was einen Menschen trifft der gar keinen halt hat oder der sich nicht im geringsten zu wehren weis der tickt dann irgendwann aus und daran sind dann bestimmt keine spiele schuld. So was mal in den Vordergrund zu schleifen find ich viel wichtiger. Das sich die Leute die wirklich versagen in der Politik, im Beruf (zB Lehrer) und privat. das die sich mal selber an die Nase fassen und keinen Sündenbock mehr finden. Dieses RPG riskiert von daher alleine schon mehr selbst zum Ziel zu werden als neue Ziele zu setzen.
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Rate Granate schrieb am: Dienstag, 29. März 2011, 23:51 Uhr
Der Titel des Spiels machte es mir aber auch schwierig in
dem Spiel Kunst zu erkennen.
Aber auch um meinen vorherigen Punkt nochmal in einem Beispiel darzustellen.
Wenn es soetwas wie einen Super Holocaust Simulator gäbe bei dem man Punkte dafür bekommt wenn man grausam zu Gefangenen ist, dann
gäbe es sicherlich 3 Verschiedene Arten damit umzugehen.
Die einen würden sich im Internet total darüber aufregen.
Andere würden das Spiel nicht spielen weil sie sich einfach nur schlecht dabei fühlen.
Soweit so gut, aber ich bin mir sicher dass es auch irgendwelche
Bestenlisten un Foren gäbe bei denen Spieler sich darüber austauschen wie man seinen Highscore verbessert.
Letztendlich geht es hierbei weniger darum was der Programmierer
aussagen wollte, sondern mehr darum wie es konsumiert wird.
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Ezekiel schrieb am: Dienstag, 29. März 2011, 23:08 Uhr
Ja das stimmt wirklich. Irgendwie lässt der Titel die Absichten des Programmierers fragwürdig erscheinen. Wenn das Spiel es schon nicht tut könnte ja mindestens der Titel etwas mehr Respeckt der Sache gegenüber erweisen.
Und das viele postpubertäre Jugendliche das Spiel verteidigen ist nicht so überraschend als wenn sie dagegen währen ^^" Abgesehen davon ist es ja egal ob dafür oder dagegen solange nicht so nen dummes Komment kommt wie "spiel ist gut weil menschen töten geil"
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ollox schrieb am: Dienstag, 29. März 2011, 20:19 Uhr
Diese Argumentation man hat es entweder nicht gespielt oder man ist zu jung ist einfach nur määä... im Gegenteil hab ich sogar beim lesen der Kommentare häufig das Gefühl, dass gerade die Leute die das Spiel verteidigen postpubertäre Jugendliche sind. Womit ich nicht implizieren will, dass diese kein Recht auf eine Meinung haben oder deren Meinung weniger Wert ist innerhalb der Debatte.
Ich hab das Spiel bis zum Ende gespielt und ich finde die Holzhammermethode mit der der Autor versucht hier ein Statement zu machen einfach daneben. Der Versuch den beiden Amokläufern eine Persönlichkeit zu geben bzw. über die möglichen Umstände für ihre Handlungen zu reflektieren wird so was von platt, unsubtil und clichehaft dem Spieler ins Gesicht gedrückt, das es mir jedenfalls keinen Denkanreiz gegeben hat.
Der Autor hat es meiner Meinung nach einfach in allen Bereichen übertrieben und dadurch zwar ein höheres Maß an Aufmerksamkeit bekommen (was bei Einigen ja auch einen positiven Effekt hatte), hat aber seine Intentionen gegenüber der Kontroverse in den Schatten gestellt. Kleinen Mädchen und Jungs, welche die echten Namen der Opfer haben, ins Gesicht schießen und allein der Name „Super Columbine Massacre“ find ich einfach zum Kotzen. Ich würde auch kein Film mit dem Namen „Super World War II - Holocaust“ schauen wollen.
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Maximilian Bornpoor schrieb am: Montag, 28. März 2011, 23:20 Uhr
Weil es wichtig ist sich auch damit auseinander zu setzten. Warum solltest du dir sonst ein Film oder Buch über diese Thematik ansehen ? Der große Unterschied an den Medien ist, dass man bei einem Spiel viel, viel stärker erreicht wird.
Außerdem sollst du dich auch nicht per se schlecht fühlen. Es kommt ganz drauf an, welches Thema das Spiel behandelt.
Viele von euch hier sind wahrscheinlich noch nicht alt/erwachsen genug um zu verstehen, wieso man sich auch mit Themen beschäftigt, welche nicht Mainstreamunterhaltung sind.
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Rate Granate schrieb am: Montag, 28. März 2011, 20:09 Uhr
Eine Frage zu dem Argument dass man sich bei solchen Spielen
schlecht fühlt.
Warum sollte man ein Spiel spielen bei dem man sich schlecht fühlt.
Ich zumindest würde es nicht spielen, und die übrigen sind entweder
beim zocken auf der suche nach wahrer Kunst oder springen auf die
Gewaltthematik an.
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JanJamesRyan schrieb am: Montag, 28. März 2011, 19:06 Uhr
Ich glaube das größte Problem der Zweifler ist, das sie Spiele als Medium sehen, Spaß zu haben. DAS SOLLTEN SIE AUCH SEIN! Aber dieses Spiel ist nicht geschaffen worden um Spaß zu machen! Der Spieler soll nicht lachend durch die Gänge rennen und sich nach jedem Kampf über Xp freuen.
DIESES SPIEL IST NICHT GEMACHT UM SPAß ZU MACHEN!
...sondern um darüber nachzudenken. Mal alles aus der Sicht des Täters zu sehen wird einen Menschen viel mehr zum nachdenken bringen als jede Statistik. 13 Tote ist eine Zahl! Aber wenn man nach dem spiel da steht und 13 Menschen getötet hat fragt man sich: Warum? Warum haben diese Menschen das getan?
Jeder darf selbst entscheiden ob er nur Spiele spielt die Spaß machen oder Filme guckt die Unterhalten, oder ob er darüber nachdenken will, oder sich ein Gesellschaftsdrama ansieht. Man muss das Spiel nicht gut finden, aber es im voraus als "böse" zu titulieren finde ich von manchen Usern etwas voreilig. Man muss die Sachen immer hinterfragen und sich immer selbst ein Bild von allem machen. Sonst enden wir wie 1939!
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Xador schrieb am: Montag, 28. März 2011, 09:09 Uhr
Warum verschwindet der Rest meines Beitrags jedesmal? Keine Lust mehr jetzt...
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Xador schrieb am: Montag, 28. März 2011, 09:08 Uhr
Ich mein Hallo? Man muss die Opfer suchen und töten, die tatsächlich getötet wurden. Die Grenze der Kunstfreiheit wird aber sowas von deutlich überschritten. Jegliche Diskussion darüber ist weltfremd und assozial.
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Xador schrieb am: Montag, 28. März 2011, 09:06 Uhr
Ich mein Hallo? Man muss die Opfer suchen und töten, die tatsächlich getötet wurden. Die Grenze der Kunstfreiheit wird aber sowas von deutlich überschritten. Jegliche Diskussion darüber ist weltfremd und assozial.
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Tenshadow713 schrieb am: Sonntag, 27. März 2011, 16:58 Uhr
Ach ja nebenbei wwollte ich noch was zu all denen sagen, die die ganze zeeit irgendwelche kz, 2 . Wk, nazi, Faschismus Assoziationedn und vergleiche bringen (ich will diese historischen Gräueltaten gar nicht verharmlosen) gleichzeitig aber sagen, diese spiele solltwen verboten gehören -> im 3. reich wurde auch allesw verboten was den national sozialisten nicht passte bzw. nicht in ihr weltbild passte. Denkt ,al drüber nach...
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