Montag, 06. Juni 2011, 00:03 Uhr
Wobei man dazu sagen muss, dass Crysis wegen der Umsetzung für Konsole nicht halb so ein "Hardware-Fresser" ist wie Crysis 1. C2 ist also locker auf einem Mittel-Klasse-Rechner auf hoher Qualität spielbar.
Naja, und dann sind die Einstellungs-Möglichkeiten für Grafik/DX auch eher extrem dürftig.
Will damit sagen, dass Crysis 2 nicht unbedingt den Maßstab darstellt wie Crysis 1 seinerzeit.

HankScorpio schrieb am: Dienstag, 12. April 2011, 02:10 Uhr
Ich schreib das auch mal hier rein, weil ich nicht weiß ob du die Kommentarseiten nochmal durchwühlst.
Beide Mass Effects machen auch schon weit vor der 40-Stundenmarke Spaß, allerdings verpasst man halt viel vom Universum wenn man zu ungeduldig ist. Wenn du dich nicht darauf einlasen möchtest macht es keinen Sinn, ich habe mal ME2 ausprobiert (ohne vorher ME1 gespielt zu haben) und es war ein mittleres Desaster weil ich gar keinen Hintergrund zum Spiel hatte.
Fakt ist, dass du als Spieler mit DEINEN Entscheidungen einen enormen Einfluss auf die Welt hast. Das ist auch so eine Sache, die relativ schwer in einem Let's Play rüberkommt, denn da sind es eben nicht deine Entscheidungen. Dieser Einfluss ist so groß, ich kenne kein Spiel das damit vergleichbar ist. Auch nicht Fallout, was bei der Inszenierung auch unglaublich viel schlechter ist als Mass Effect (und ja, ich habe beide "modernen" Fallouts gespielt, der Unterschied ist gigantisch).
Zugegeben, ich mag die ME-Spiele sehr, dennoch würde ich von mir behaupten, eindeutig kein Fanboy zu sein. Ich kann aber nicht einsehen, warum man über Mass Effect urtielen kann, wenn man das Spiel nie selber gespielt hat und noch nie vor teils existenzielle Entscheidungen gestellt wurde. Ich konnte mich in keinem Spiel davor so mit meinem Charakter identifizieren, eben weil er genau das Spiegelbild meiner Handlungen war und ich denke das gibt es in keinem anderen Spiel. Korrigiere mich wenn ich da falsch liege.
Und schon da hast du einen Punkt, den Mass Effect deutlich besser macht als jedes andere Spiel...
So, jetzt hast du nicht mehr nur noch Wolf auf deiner Pinnwand...
Woody schrieb am: Mittwoch, 23. März 2011, 23:00 Uhr
Da wende ich jetzt nochmal ein: Wenn man wirklich meint, dass Kunst keine Gefühle auslöst (zumindest nicht zuvorderst), dann gelten wohl auch 98% aller Filme, Bücher und Musik nicht als Kunst. Niemand bestreitet wohl ernsthaft, dass etwa Schindlers Liste künstlerisch wertvoll ist - aber reagiert da auch nicht jeder Mensch ABSOLUT gleich darauf (zumindest nahezu)? Ein Film wird von jedem Menschen gleich wahrgenommen, von der ersten bis zur letzten Sekunde, in derselben Geschwindigkeit, in denselben Bildern, mit derselben Musik. Und die "großen" Kunstfilme rufen doch sehr oft extrem gleichartige Reaktionen bei den Rezipienten hervor - ist das nicht viel manipulativer, ist das nicht viel eher Handwerk? Oder nimm Musik: Gibt es irgend einen Menschen, der von Leonards Cohens "Halleluja" nicht tief berührt ist? Und deswegen soll das keine Kunst sein? Hat Händel den Messias aus einem anderen Grund komponiert, als Leute zu berühren? Seit wann darf das Kunst nicht mehr? Das leuchtet mir nicht ein.
Im Gegenteil, ich finde, wenn ein Spiel wie etwa "Colossus", trotz matschiger Grafik, trotz der Steuerungsproblematik (nicht jeder beherrscht ein Pad im Schlaf), trotz kaum erklärter Story, trotz unverständlicher Sprachausgabe und trotz der Tatsache, dass jeder Spieler sein eigenes Tempo hat, an manchen Gegnern fast verzweifelt, manche Rätsel nicht bewältigt (was das Frustpotential erhöht und damit wieder die Gefahr, dass der Spieler das Ding einfach ausschaltet und an die Sonne geht) so viele Menschen, überall auf der Welt, so universell anspricht, dass sie es als Kunst empfinden, dann sagt das eine Menge aus. Jeder - Tschuldigung - Depp kann einen Farbeimer an die Wand werfen, den Fleck "Apotheose der Befindlichkeit" nennen, was von "Expressionismus" faseln und damit unter Umständen weltberühmt werden. Aber ein blödes, massenhaft gefertigtes Spiel auf den Markt zu bringen, was so tiefe Emotionen bei so vielen Menschen auslöst, dass immer wieder der Begriff Kunst fällt - das ist es dann auch für mich.
Und der Vergleich mit Schach hinkt meiner Meinung nach aus - im Schach soll weder was gesagt noch ausgesagt werden, es geht doch lediglich um das geistige Messen mit dem Gegner. Bei "Colossus" und anderen geht's doch mittlerweile um ein bisschen mehr.
Ach Gott, wieder so ein langer Text... ;)
Woody schrieb am: Mittwoch, 23. März 2011, 02:15 Uhr
Ein interessanter Artikel, und natürlich kenne ich auch die "andere Seite". Sind alles legitime Argumente, aber für mich klingt viel nach Haarspalterei und dem Klammern an Begrifflichkeiten. Klar werden Spiele produziert, um Geld damit zu verdienen und natürlich hat ein Spiel, anders als ein Bild, Regeln. Aber was hat das am Ende für ein Gewicht? Das Gefühl, das ich hatte, als ein Gigant nach dem anderen bei "Shadow of the Colossus" tot niedersackte und mir langsam dämmerte, dass ich nicht mehr war als ein gemeiner, feiger Mörder - das habe ich noch niemals gespürt, nicht in der Intensität, nicht "so". Wenn Grafik, Sound, Mechanik, Aussage und Atmosphäre so zusammen spielen, dass in mir etwas reagiert, dann ist das für mich Kunst, und wenn Sony damit Millionen verdient, umso besser. Oder nimm Kandinsky: Seine Version der Synästhesie wurde wahrscheinlich noch niemals so getreu umgesetzt wie in "Rez" - in keinem Film, keinem Buch, in keiner Installation. Also wenn DAS nicht Kunst ist...
Ich bin auch kein Experte und ganz sicher ist nicht jedes Spiel Kunst, aber zu sagen, KEINES könne Kunst sein, halte ich für ziemlich überholt und engstirnig.